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Breitbandbericht Baden-Württemberg 2023

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„Eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet ist eine Jahrhundertaufgabe für unser Land. Aus diesem Grund investieren wir in Baden-Württemberg kräftig in das Gigabitnetz. Das zahlt sich aus: Inzwischen sind bereits 94 Prozent der Haushalte mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s (Megabit pro Sekunde) versorgt. Über eine Versorgung mit mindestens 100 Mbit/s verfügen aktuell 90 Prozent der Haushalte. Das bedeutet einen Anstieg von mehr als 22 Prozentpunkten im Vergleich zu Mitte 2016. Nach den neuesten Zahlen liegt die Versorgung mit gigabitfähigen Anschlüssen – also sogar 1000 Mbit/sim Land bei deutlich über 70 Prozent. Mitte 2016, als wir unsere Digitalisierungsstrategie aufsetzten, waren nur 1,4 Prozent der Haushalte im Land mit gigabitfähiger Infrastruktur ausgestattet. Das Internet für sehr viele Menschen im Land ist damit spürbar schneller – und das war ein wichtiges Ziel als wir 2016 unsere Digitalisierungsstrategie auf den Weg gebracht haben“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Thomas Strobl anlässlich der Veröffentlichung des neuen Breitbandberichtes des Landes (PDF).

Baden-Württemberg weiterhin unter den Spitzenreitern

Seit Beginn der neuen Legislaturperiode im Mai 2021 bis Dezember 2023 hat das Land 1,47 Milliarden Euro an Landesfördermitteln für den Breitbandausbau zur Verfügung gestellt und über 243.000 neue Glasfaseranschlüsse in Baden-Württemberg gefördert. Seit 2016 wurden mit Stand 13. Dezember 2023 für 3.564 Förderprojekte vom Land 2,62 Milliarden Euro und vom Bund weitere 3,36 Milliarden Euro, insgesamt 5,98 Milliarden Euro bereitgestellt.

„Für 183 Förderprojekte haben wir im Jahr 2023 rund 450 Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Damit können wir mehr als 74.000 neue Glasfaseranschlüsse realisieren. Weitere rund 710 Millionen Euro hat der Bund für Breitbandförderprojekte in Baden-Württemberg bereitgestellt, zusammen also rund 1,16 Milliarden Euro. Dank unserer Investitionsoffensive und einer intelligenten Förderpolitik haben wir dafür gesorgt, dass das Land bundesweit weiterhin zu den Spitzenreitern im geförderten Breitbandausbau zählt. Als führende Innovations- und Technologieregion ist eine leistungsfähige und flächendeckende digitale Infrastruktur die Grundvoraussetzung für den Erhalt unserer wirtschaftlichen Stärke und unseres Wohlstandes“, erklärte Minister Thomas Strobl.

Der neue Breitbandbericht

Der neue Breitbandbericht zeigt die Erfolge bei der Breitbandversorgung über die letzten Jahre in Baden-Württemberg. Er wurde am 30. Dezember 2023 veröffentlicht. Neben aktuellen Zahlen zum Breitbandausbau enthält der Bericht auch Praxis-Beispiele aus den Landkreisen und zeigt so anschaulich, wie die Breitbandversorgung im Land voranschreitet und mit welchen innovativen Verfahren den besonderen Herausforderungen beim landesweiten Breitbandausbau begegnet wird.

Die jüngste Veröffentlichung der Breitbandversorgungszahlen der Bundesnetzagentur vom 14. Dezember 2023 mit Datenstand Juni 2023 zeigt: Die Versorgung mit gigabitfähiger Infrastruktur im Land steigt kontinuierlich an. Der aktuellste Datenstand belegt eine Versorgung von 18,25 Prozent der baden-württembergischen Haushalte mit Glasfaseranschlüssen. Danach ist die Versorgung mit Glasfaseranschlüssen in Gebäuden von Mitte 2022 von 10,94 Prozent bis Mitte 2023 um rund 7,3 Prozentpunkte gestiegen.

Versorgung mit gigabitfähigen Anschlüssen auch in ländlichen Gebieten

„Eine flächendeckende Versorgung mit gigabitfähigen Anschlüssen muss überall gewährleistet sein, insbesondere auch in ländlichen Gebieten, die für die privaten Telekommunikationsunternehmen oft unwirtschaftlich sind. Gerade im Ländlichen Raum sitzen in Baden-Württemberg viele Hidden Champions, also Weltmarktführer, die auf schnelles Internet angewiesen sind, um auf den Weltmärken konkurrenzfähig zu bleiben. Der Breitbandausbau ist gerade hier von besonderer Wichtigkeit, um einerseits die wirtschaftliche Stärke des Landes zu erhalten und auszubauen und andererseits zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse beizutragen“, so Digitalisierungsminister Thomas Strobl.

Derzeit vergehen vom Baubeginn der Maßnahme bis zur Fertigstellung durchschnittlich knapp drei Jahre. Ein Großteil der kommunalen Förderprojekte wird gegenwärtig umgesetzt. Dementsprechend wird sich die Versorgung mit schnellem Internet zeitnah weiter verbessern.

Harmonisierung von eigenwirtschaftlichem und gefördertem Ausbau unabdingbar

Die Harmonisierung von eigenwirtschaftlichem und gefördertem Ausbau ist unabdingbar, um aus beidem optimale Ergebnisse bekommen zu können. Hier gilt es im ständigen Austausch zu bleiben und die entsprechenden Programme und Vorhaben gut aufeinander abzustimmen. Die vorgeschlagenen Ansätze und Schwerpunkte, wie das am besten gelingen kann, sind vielfältig. Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM), fordert: „Nur bei einer deutlichen Reduzierung und klaren Fokussierung der extrem aufwändigen Markterkundungs- und Förderverfahren werden wir unser gemeinsames Ziel einer besseren Verzahnung von eigenwirtschaftlichem und gefördertem Ausbau erreichen können. Hier brauchen wir die Unterstützung aus Baden-Württemberg, damit der Ausbau schneller und mit weniger Steuergeldern klappen kann.“

Auch aus Sicht der Kommunalen Landesverbände Baden-Württemberg ist es essenziell, eigenwirtschaftlichen Ausbau und Förderung optimal aufeinander abzustimmen: „Das Glasfaser-Jahr 2023 beinhaltet aus Sicht der Landkreise, Städte und Gemeinden Licht und Schatten. Viele eigenwirtschaftliche Ausbauprojekte aus Vorjahren sind tatsächlich in den Bau übergegangen und dürften bald in Betrieb gehen. Auch bei den von Bund und Land geförderten Projekten wurden große Fortschritte erzielt und zahlreiche Haushalte angeschlossen. Beides bringt den Glasfaserausbau im Land spürbar voran. Allerdings stehen zukünftige Ausbau-Projekte gleich mehreren Herausforderungen gegenüber: Der eigenwirtschaftliche Ausbau wird bei der Auswahl künftiger Ausbaugebiete aufgrund gestiegener Baukosten und höherer Zinsen noch selektiver vorgehen als bislang und die Breitbandförderung bietet den Kommunen aufgrund der begrenzten Mittel und neu geschaffener Hürden in vielen Fällen keine ausreichende Perspektive. Umso wichtiger ist es, dass das Land bei seinem Engagement in Sachen Glasfaserausbau nicht nachlässt und ein verlässlicher Partner an der Seite der Kommunen bleibt“, so Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Alexis von Komorowski, Landkreistag Baden-Württemberg, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied OB a. D. Ralf Broß, Städtetag Baden-Württemberg und Präsident Steffen Jäger, Gemeindetag Baden-Württemberg.

Dr. Nicolas Sonder, Projektträger Breitbandförderung, Regionalleitung Baden-Württemberg, stellt abschließend fest: „Ein effizientes Zusammenspiel von gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau ist der Schlüssel zum erfolgreichen Breitbandausbau. Aus diesem Grund wurde in diesem Jahr die neue Bundesförderung zum Gigabitausbau gestartet. Im Rahmen des ersten Aufrufes gemäß der Gigabit-Richtlinie 2.0 konnten für besonders förderwürdige Infrastrukturprojekte in Baden-Württemberg Bundesmittel in Milliardenhöhe bewilligt werden, was die Schaffung von über 88.000 neuen Anschlüssen ermöglicht.“

Geförderte Anschlüsse 2023
Geförderte Anzahl von Gebäude-Anschlüssen im Jahr 202374.157
Davon Anzahl geförderter Anschlüsse für Gewerbestandorte9.428
Davon Anzahl geförderter Schulanschlüsse257
Davon Anzahl geförderter Krankenhausanschlüsse7
Davon Anzahl geförderter Anschlüsse für sozioökonomische Schwerpunkte173
Davon Anzahl geförderter Anschlüsse für schwer erschließbare Einzellagen199
Aufteilung der Fördermittel
Anzahl der geförderten Projekte20162017201820192020202120222023Summe
Kofinanzierung zur Bundesförderung31222132406121601071.169
originäre Landesförderung44453352635625712281762.395
Bewilligte Projekte4475455483694977342411833.564

Quelle: Land Baden Württemberg ( Breitbandbericht 2023 veröffentlicht: Baden-Württemberg.de (baden-wuerttemberg.de) )

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